Einige Dinge in mein Leben zu integrieren, einige Regeln zu implementieren

Nachdem ich hier nun ziemlich lange nicht geschrieben hab, mal wieder ein kleines Auskotzen und Selbstmotivieren zwischendurch.

Auf den ersten Blick läuft alles gar nicht sooooo schlecht - vielleicht auch der Grund dafür, dass ich hier nicht großartig irgendwas schreiben brauchte, aber eben nur auf den ersten Blick.

Das große Problem - das größte überhaupt? - in meinem Leben ist nach wie vor, dass ich prokrastiniere, und zwar fast alles, was sich prokrastinieren lässt. Und dann mogg... seit ich angefangen hab, mir mal Prepaid-Guthaben zu leisten, komm ich da nicht mehr von weg. Ich stecke da inzwischen echt so böse viel Geld rein, dass es einfach nicht mehr lustig ist... 

Im Moment bin ich im dritten Jahr an der Musikschule - und habe es toller Weise hinbekommen sogar mein Visum zu verlängern... nachdem ich erst prokrastiniert habe und dann hinfuhr und es war zu voll und ich musste wieder gehen und und und ... schlussendlich war ich dann k.A. wie oft dort gewesen und musste auch immer noch mal und noch mal, weil dann doch immer noch irgendwas fehlte und das hat auch ein Schweinegeld an Fahrtkosten verursacht. >_<

Als Drittjahres-Studentin ( "kenkyusei" ) muss ich monatlich einen Bericht schreiben über alles, was ich im Fachbereich unternommen habe, um die Zielsetzung zu erreichen. Dahingehend hab ich vorgestern die Aufsätze von drei Monaten nachreichen dürfen... >_< Aber wen verwundert das denn auch bitte, wer mich kennt, der wird sagen: hollala, ganz schön zeitnah den Arsch hochbekommen! Dafür komm ich durch die Prokrastination mit so vielem Anderen nicht hinterher... Vor allem mal mit dem Erarbeiten von Musikstücken. Außerdem hab ich vermutlich auch diesmal wieder den Japanischtest versemmelt, weil ich vorher einfach nichts getan hab dafür. Ganz zu schweigen von Haushaltsdingen - hier stapelt sich die Wäsche, in meiner Küche ist eine ansehnliche Anzahl lehrer Milchkartons zum Trocknen aufgestellt und über die Hälfte meiner Bettbreite ist von allem möglichen Kram eingenommen.

Zu allem Überfluss krieg ich mein Essverhalten nicht unter Kontrolle - und somit auch nicht mein Gewicht. Ganz im Ernst, so wie es jetzt ist, kann ich mich einfach nicht gut finden. Es tut mir ja wirklich Leid, aber irgendwo ist doch wohl eine Grenze, oder? Sich selbst zu akzeptieren ist eine Sache, aber sich selbst zu mögen, zu lieben, während man in den Spiegel schaut und schon allein beim Anblick das Kotzen kriegen könnte?? Ich glaub es wohl...
Wer so etwas verlangt, der hat nichts kapiert.

Außerdem heißt es ja immer und überall, dass es eine Illusion sei, dass wenn erst das Gewicht erreicht ist, alles besser wird. Dass wenn man sich nicht selbst annimmt, man auch dann trotzdem nicht plötzlich alles kann oder hinbekommt oder dass eben alles gut wird. "Wahre Schönheit kommt von innen" stimmt eben nicht so ganz. Natürlich macht ein beschissener Charakter viel Negatives aus - aber wer sagt denn auch, dass schöne Menschen immer einen schlechten Charakter haben?? Hä????? Wer?????

Genau, nur diejenigen, die selbst eben nicht so toll aussehen und sich selbst versuchen aufzuwerten. Die kennen nämlich keine schönen Menschen näher oder sind vielleicht verbittert, weil sie von den schönen Menschen nicht die Liebe und Anerkennung bekommen, die sie sich im Leben erhoffen.
Richtig, natürlich, es sollte jedem klar sein, dass auch die Mitmenschen Gefühle haben, Emotionen, die verletzt werden können, wenn man sich wie eine Planierraupe verhält und jemanden Dickes z.B. für seine Figur auslacht und mobbt. Es muss ja noch nicht mal so was Direktes sein - es reicht ja bereits ein schiefer Blick und es könnten sich Leute auf den Schlips getreten fühlen.

Man soll eben nicht nur sich selbst gegenüber offen sein, sondern allen gegenüber offen, die mit gutem Willen und guten Absichten durchs Leben und durch die Welt wuseln.
Da aber nun auch immer noch das eigene Schönheitsbewusstsein und der eigene interne Maßstab vorhaben sind, ist es halt sinnlos alles auf diese inneren Werte und solchen Kack zu reduzieren - denn ob ich etwas schön finde oder nicht, darf ich immer noch selbst bestimmen und wenn ich etwas nicht schön finde und ohne Beschneidung der Rechte und Bereiche anderer Leute die Möglichkeit und Macht habe, es zu verändern und schöner zu machen, so dass ich es noch viel toller finden kann als vorher, dann soll es mir doch erlaubt sein. Es heißt immer, dass man sich nicht darum scheren soll, was andere von einem denken:
ja, genau, dann braucht es mich auch nicht scheren, ob der Arzt ein durchgezogenes ABC gut findet oder nicht, oder ob meine Mutter mir erzählt, dass wünschenswert wäre, wenn ich die ES ablegen könnte, oder waaaaas auch immeeeeer....

In der heutigen Gesellschaft haben wir es schlichtweg einfacher, wenn wir dem Ideal "schlank" entsprechen oder zumindest sehr nahe kommen. Auch haben es Leute mit ansprechenden Gesichtern immer grundlegend einfacher im Leben. Wer nun also von jemandem, der nicht in diese Gruppe der Privilegierten hineinzählt, verlangt, dass er sich - obwohl er mit den entsprechenden Mitteln und Wegen etwas an den Gegebenheiten zu seinem eigenen Vorteil ändern könnte - so akzeptieren soll, wie er ist und sich selbst lieben soll, so wie er ist.... sorry, aber wer so etwas verlangt, ist meiner Ansicht nach realitätsfern und sicherlich nicht ganz richtig in der Birne.
Hey, für wie masochistisch haltet ihr die Unterprivilegierten bitte?? Dass sie sich in ihren als negativ angesehenen Rahmenbedingungen auch noch wohlig einkuscheln sollen? Das ist pervers!

Jedenfalls ist es auch für mich nur legitim, alle mir verfügbaren Mittel und Wege, Tipps und Tricks anzuwenden, um das Ziel zu erreichen, was ich mir so sehr zu erreichen wünsche. Ist meine Meinung.
(Ehrlich, Leute, ich bin nicht gegen ES als Weg zum Wunsch-Aussehen, aber es tut mir so wahnsinnig Leid um all diejenigen, die daran kaputt gehen, sterben durch Unterernährung oder an Herzversagen oder sonst was und ihr erreichtes Ziel gar nicht mehr genießen können. Ja, ich denke, das ist der Punkt: Es geht doch darum, mit sich im Einklang zu sein. Wer sagt, dass ihm wichtiger ist, sein Körpergewicht gegen Null zu haben, als zu leben - okay, es ist ein selbst gewählter Tod. Es ist das Leben den Idealen auf's Äußerste untergeordnet. Wer unterwegs feststellt, dass es für ihn doch andere Werte sind, die Priorität haben, er aber nicht mehr umkehren kann, der ist wirklich der bemittleidenswerteste Mensch in dem Moment.)

to iu wake de (Dessenthalben) ist es also an der Zeit, mein eigenes Leben unter die Lupe zu nehmen und hier und dort einige Änderungen vorzunehmen und in Gang zu setzen, denn schließlich werde auch ich nicht jünger sondern mit jedem Tag auf diesem Planeten älter.

Nun denn: Da ich ganz genau weiß, dass ich es nicht alles in kürzester Zeit über's Knie brechen kann, muss ich Schritt für Schritt vorgehen und nach und nach Gewohnheiten - good practices, good habits - entwickeln, die mich stark machen und die es mir auf lange Sicht im Leben einfacher machen.
(Ja, ja, im Planen ganz groß und stark, aber dann prokrastinieren und sabotieren?? )

So denn, auf gehts!
Zunächst mal das erhoffte Ziel: normalgewichtig-schlank.
Das ist weniger an einer Zahl auszumachen als am Spiegelbild und Körpergefühl. Allerdings möchte ich einen BMI im grünen Bereich haben - das heißt, dass es eine Ober- und eine Untergrenze geben wird.

Dazu ist es notwendig, dass ich Fett abbaue (was ja leider reichlich und im Überfluss vorhanden ist.... ).
Zum Fettabbau ist es notwendig, dass ich meine tägliche Energiebilanz in den Negativbereich befördere, so dass die fehlende Energie aus den Fettreservoirs genommen wird.
Dazu muss ich meinen täglichen Energiebedarf ermitteln (was ich ja auch schon zigmal gemacht habe xDD)
1,62m -> Normalgewicht 62kg.
Gewicht aktuell 82kg.

1,62m x 1,62m = 2,6244m²

82kg : 2,6244m² = 31,25kg/m² (BMI)

BMI 29,99 -> 78,70kg
BMI 24,99 -> 65,58kg
BMI 20,00 -> 52,49kg
BMI 18,00 -> 47,24kg

BMI 17,99 -> 47,21kg

 
Mein Ziel liegt also im Bereich zwischen 65,58kg und 47,24kg, was ja wohl eine ziemliche Spanne ist.
Momentane Idealvorstellung liegt bei 52kg -> BMI 19,81,
aber mindestens wäre zu erreichen das Normalgewicht von 62kg -> BMI 23,62.
Und dann kommt es noch auf das Körpergefühl an und sehr stark auf's Spiegelbild. Wenn das nicht entspricht, sind Frust und Traurigkeit vorprogrammiert. >_<

Also gehe ich von einem Zielgewicht von zunächst mal 62kg aus:
62kg x 24h = 1488 kcal/Tag Grundumsatz.

(Das Übergewicht gilt als passives Gewebe, dessen Umsatz mit Null in die Gleichung einfließt. Wenn es aktives Muskelgewebe wäre, würde ich schließlich nicht so aussehen, wie ich aussehe...)

Auf meinen geliebten Kaffee kann und will ich nun mal nicht verzichten, also wird der mit einbezogen als gegeben.
Alle sonstigen Getränke werden mit Null Kalorien eingehen, da das eine zukünftige Regel sein wird: Wasser, Wasser, Wasser.
Schließlich ist das nun mal echt besser gegen den Durst als jeder Fruchtsaft oder was weiß ich noch alles. Im Café wird die Wahl der Schwarztee mit Zitrone sein - ohne Zucker wird auch der als Null berechnet (Zitronensaft ist schließlich auch gut für den Säure-Basen-Haushalt).

Außerdem eine weitere Regel: mit McD-Futter ist Schluss.
(Das ist so ein Trigger bei mir - ich komme auf dem Heimweg vom Bahnhof am McD vorbei und nehme mir k.Á. zum Beispiel heute 3xHamburger, 3xChicken Crisp mit (zusammen 600Yen) in dem Gedanken, dass es verputzt und dann daheim zeitnah ausgespuckt wird. Das ist mir schon richtig zur Gewohnheit geworden, wenn ich da heimgehe und an dem Drecksladen vorbeikomme. ( ;___; )

Was noch? Ach ja: Es wird sich zum Essen vernünftig hingesetzt, denn mit dem Mampfen im Gehen muss mal Feierabend sein. Das sieht auch nicht schön aus.
Genauso das Snacken von kleinen Süßigkeiten im Gehen -> der Kiosk im Bahnhof hat auch schon einiges an Geld mit mir gemacht... Aber neulich hatte ich dann das Pech, dass das Kauen von Cola-Krachern ( "Cola no tane" )dazu führte, dass meine Krone vom Zahn losging und dann eingebettet war in das Kaubonbon... Ich dachte mir auch nur noch so: WTF???? Ach du Scheiße!!!
Krone ist schon wieder drin, war gleich am nächsten Tag beim Zahnarzt, aber ich hab seitdem keinen einzigen Cola-Kracher mehr angerührt!! ....
Und in dem Zuge auch gleich kein Essen mehr bei gleichzeitiger Beschäftigung mit PC, Handy, what the fu** auch ever, sondern schön die Konzentration auf das, was ich da gerade esse.

So, schön. Schritt für Schritt vorgehen heißt die Devise. Die erste Woche von Montag bis Sonntag wird diese Regeln umfassen:

emotionGetränke im Null-kcal-Bereich, vorwiegend Wasser, im Café der Tee mit Zitrone ohne Zucker (Ausnahme Kaffee daheim, vor allem morgens.... *gähn*... 5 Uhr ist eine unchristliche Zeit zum Arbeitsbeginn... >.< )

emotionKein McD-Fraß mehr. Zu keiner Zeit. Keine Ausnahme. (Was dort erlaubt ist, ist der Tee mit Zitrone - das ist klar ^^)

 
emotionZum Essen immer hinsetzen, kein Snacken mehr im Gehen und auch kein Essen mehr bei gleichzeitiger Nebenbeschäftigung. In Ruhe und auf das Essen an sich konzentriert essen.

 

Nach einer Woche wird dann mal geschaut, was die Befindlichkeit so sagt.

Überhaupt ist meine Befindlichkeit gerade nicht so großartig, da ich noch für die Arbeit gleich etwas vorbereiten muss, was mir unglaublich gegen den Strich geht.
Aber auch das ist so etwas:
Accept your schedule as it is as your schedule or cancel it officially.

Genau das Gleiche wie mit Gewicht und Aussehen und so. Man akzeptiert die Situation oder man ändert sie.
(Unzufriedenes Herumgemäkele ohne Ansätze zur Änderung ist keine Option.)

 

So, nun aber: auf geht's!! Fight!! emotion  emotion emotion

12.7.15 20:47

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